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Helmut Brandt: ohne Titel


 
Als Ursprung des Dionysos-Kultes und des Orpheusmythos gilt Thrakien. In Thrakien befanden sich in der Antike wichtige Gold- und Silberminen. Besonders an dem Berg Pangäon, wo Orpheus und auch Lykurgos, der sich dem Siegeszug des Dionysos widersetzte, zerrissen wurden.
Im 6. und 7. Jahrhundert v.u.Z. entwickelten sich Handel, Münzwesen und Städtebau und eine mächtiger werdende Mittelschicht schränkte die Macht der Aristokratie ein. Zu dieser Zeit begannen die Athener mit der Ausbeutung der Silberminen in Thrakien. Ein Herrscher in dieser Zeit war Peisistratos, dessen Macht vor allem auf Geld gründete. Seinen Reichtum gewann er durch die Ausbeutung der Silberminen von Laurion am Berg Pangäon. Er gab den Dionysos-Mysterien in Athen die offizielle Anerkennung.
Die Wanderungsbewegungen der Minenarbeiter dürften das Eindringen des Dionysos-Kultes nach Attika begünstigt haben. In Attika verband sich der Kult mit dem der Demeter, denn beide sind agrarischen Ursprungs.
Man kann die griechischen Mythen dahingegend unterscheiden, daß die olympischen Götter, wie man sie bei Homer beschrieben findet, das aristrokratische Lebensmodell wiederspiegeln, die agrarischen Mythen des Dionysos und der Demeter hingegen das Lebensgefühl der Landbevölkerung und der Arbeiter.
nach George Thomson, Aischylos und Athen
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