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Helmut Brandt: ohne Titel

 
Sterbend fallen wir in eine absolute Machtlosigkeit, hilflos sind wir allem ausgeliefert, was mit uns geschieht. Ohnmächtig erfahren wir, wie sich jeder von uns abwendet. Keine Liebe ist so stark, dass sie den Tod bezwingt. Vergeblich warten wir in der Welt der Toten darauf, aus ihr befreit zu werden.

"Die Geschichte von Eurydike ist mißverstanden worden. Die Geschichte handelt eigentlich von der Einsamkeit des Todes. Eurydike ist in ihrem Totenhemd in der Hölle. Sie glaubt, Orpheus liebe sie genug, um sie retten zu kommen. Doch am Ende ist Orpheus' Liebe nicht stark genug. Orpheus läßt die geliebte Frau zurück und kehrt zum eigenen Leben zurück. Die Geschichte von Eurydike erinnert uns daran, das wir vom Augenblick unseres Todes an alle Macht verlieren, unsere Gefährten zu wählen. Wir werden davongerissen zum uns bestimmten Schicksal; an wessen Seite wir die Ewigkeit verbringen werden, können wir nicht bestimmen."
J. M. Coetzee, Tagebuch eines schlimmen Jahres, 172
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