Gao Xingjian (1940)
1940 geboren in Ganzhou (Ostchina). Sein Vater war Bankangestellter, seine Mutter Amateurschauspielerin.
Studium der französischen Literatur in Peking. Im Rahmen der "Umerziehungsmassnahmen" während der "Kulturrevolution musste er aufs Land, man zwang ihn seine Manuskripte zu verbrennen. Aber er schrieb heimlich weiter.
Den literarischen Durchbruch schaffte er mit seinem Theaterstück "Die Busstation", aber auch das Verbot - in diesem Stück warten Menschen auf einen Bus, der nicht kommt. Von einem Parteimitglied wurde dieses Stück bezeichnet als das Schädlichste, was seit dem Beginn der Volksrepublik geschrieben wurde. - Aufführungen seiner Stücke wurden verboten.
1983 wurde bei ihm Lungenkrebs diagostiziert, die Ärzte gaben ihm noch wenige Monate zu Leben. Diese Diagnose stellte sich bei einer zweiten Untersuchung als Irrtum heraus. Für Gao Xingjian bedeutete dies das Geschenk eines neuen Lebens.
Er unternahm daraufhin eine fünfmonatige Reise durch den Süden Chinas, woraus sein Buch "Der Berg der Seele" enstand.
1985/1986 lebte er als DAAD-Stipendiat in Berlin.
Die politischen Anfeindungen gegen ihn in China nahmen zu, schließlich verließ er China. Seit 1987 lebt er Paris.
Mittlerweile ist er französischer Staatsbürger.
Nach dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens trat er 1989 aus der Partei aus, danach wurden seine Schriften in China endgültig verboten.
2000 erhielt er den Literatur-Nobelpreis.


Veröffentlichungen in deutscher Übersetzung:
2000: Nächtliche Wanderung. Essays zum Theater
2000: Auf dem Meer. Erzählungen
2001: Der Berg der Seele (1990)
2004: Das Buch eines einsamen Menschen (1999)