Substanz der Scham ist das Scheitern der Selbstautarkisierung, der Anmaßung des Selbstbewusstseins. Das Autarkiephantasma des Selbst ist ohne Transzendenz und Heterogenität. Es ist Selbstverschluss in Dinglichkeit.

"Schamgehalt ist die Ekstatik/Reflexivität des sterblichen Menschkörpers, das Begehren/der Wunsch des »organlosen Körpers«, kurzum also die »Wunschmaschine«/das Selbstbewußtsein selber. Was demnach verhüllt werden muß als Ent-schämung, Schamrealisierung, in der diese hominisierende Fundamentalaffektion aufgehoben werden soll, das ist nicht, isoliert, der sterbliche Körper als solcher, den es nicht gibt, vielmehr die Provenienz der Hülle, das ist der Dinglichkeit überhaupt aus der Transzendenzlosigkeit des Hüllenbegehrens selber, die Nichtheterogenität des Rückfalls der Hülle an das Umhüllte."
Rudolf Heinz, Schamnotizen
in: Pathognostische Studien II, 81

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