Die Gedanken der Pathognostik hätten wahrscheinlich eine größere Verbreitungschance, wäre die Sprache, in der sie verfasst sind, nicht so esoterisch und sperrig. Als manieristische, abweisende, arrogante Sprache dürfte sie nicht selten wahrgenommen werden. Verständlich, dass diese Sprache nicht immer als Einladung wirkt, sich auf die Ideen der Pathognostik einzulassen.

"Mitgewirkt daran habe nicht zuletzt ich selbst, insofern es mir kaum gelang, zulänglich exoterisch plakativ zu schreiben, fortwährend vielmehr ich die Schriftfaktur, wenngleich immanent nichts als angemessen, verkomplizierte ..."
Rudolf Heinz, Hinführung zu einer Psychoanalyse der Sachen (Pathognostik), 9
Sprachliche Eigentümlichkeiten der Texte, ihr Verständnis erschwerend:
  • Tief verschachtelte Sätze.
  • Seltene Fremdwörter, manchmal abweichend von ihrer normalen Bedeutung gebraucht.
    (z.B. vindizieren, stipulieren, substruieren, pedalisieren, gravieren, progredient, provenient, intransigent, peremptorisch, Stupefaktion)
  • Ungewöhnliche Wortkombinationen
    (z.B. Sterblichkeitsdefizienz, Mortalitätssäkularisat, Gedächtnisexternalisat, Versprachlichungauffang, Leichenkonservatsdisziplin, Schuldschlund).
  • Wortneuschöpfungen, die man in keinem Lexikon findet.
    (z.B. kognativ, inwegsam)
  • Wenig gebräuchliche ältere deutsche Wörter.
    (z.B. sich gerieren, weiland, wohlfeil)
Rudolf Heinz gab bei einem Treffen der Assoziation Pathognostik im Jahr 2015 einen Hinweis auf den Hintergrund seines exzessiven Sprachgebrauchs: als Kind habe er das Schweigen seiner Mutter, die kriegstraumabedingt verstummt sei, kompensieren müssen.
Sehr früh morgens beginne er mit dem Schreiben, ohne vorher gefrühstückt zu haben, nur einen Tee gönne er sich, erzählte Rudolf Heinz. Das Schreiben sei für ihn eine Fortsetzung des Träumens, was er auch dadurch unterstütze, indem er sich vom Wecker aus dem Schlaf reißen lasse. Er empfinde das Schreiben als "Begnadung", insofern könne er sich nicht als Autor seines Schreibens geltend machen. Die sich selbst schreibende Schrift sei der Inbegriff des erfüllten Schreibens. Letztlich sei Schreiben die Assimilation des Mutterkörpers.
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