Sprache

 
Schreiben, weil man nicht sprechen kann. Erst im Schreiben entstehen die Bilder. Man wird hineingezogen in eine Fremdheit.

"... es ist lange nichts im Kopf und dann ist plötzlich etwas auf dem Papier usw., also ein Idiom, das man selbst kaum versteht, erst im nachhinein kann man erkennen, wohin es einen getrieben hat, mit dem Blick des Melancholikers durch ein kleines Spähfenster auf diese Welt .. schreiben : nicht um von anderen verstanden zu werden, sondern um sich selbst verstehen zu können - IST DAS SO? ich weiß keine Antwort darauf .. das Fortsetzen, das Fortgesetzte der Bilder .. manchmal kommt es mir vor, als seien die Vorbilder allesamt ungesichert, die Einstellungen ungenau, die Erinnerungen verwischt, eine zeitliche und räumliche Desorientierung ist spürbar, jeder Titel narzißtisch."
Friederike Mayröcker, Das Herzzerreißende der Dinge, 66
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