Erfahrung
Helmut Brandt: ohne Titel

 
Den Dingen in der Wahrnehmung ein Gesicht zugestehen, dass sie einem begegnen können; sie nicht mit dem Eigenen überwältigen.

"Blick, der betrachtet, ohne zu fragen, der sieht und weiter nichts - wie zwei Dinge, die sich berühren - die Augen und Anblick - ein Blick, der in der vollkommenen Stille des Geistes nicht nimmt, sondern empfängt, der einzige Blick, der uns wirklich retten könnte - jungfräulich gegenüber jeglicher Frage, unberührt noch vom Laster des Wissens - die einzige Unschuld, die den Wunden, die durch die Dinge, die von außen in den Umkreis unseres Fühlens treten - sehen - fühlen -, zuvorkommen könnte. Denn das wäre nichts anderes als ein wunderbares Sich-gegenüber-Stehen - wir und die Dinge, die ganze Welt in die Augen aufnehmen - aufnehmen - ohne Fragen, ohne Verwunderung gar - aufnehmen - allein - die Welt - aufnehmen - in die Augen."
Alessandro Baricco, Oceano Mare, 46f.
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