Tod
Helmut Brandt: ohne Titel


 
Flüchtig bleiben die Dinge in der Betriebsamkeit des Lebens, werden unsichtbar in ihrem Gebrauch. Verharrt man hingegen in ihrer Wahrnehmung, hält gleichsam die Zeit an, erstarren sie in ihrer Dichte - das Leben erlischt. Die Dinge werden zu Zeichen des Todes.

"Wenn du lang genug sitzen bleibst und schaust, zwei oder drei Stunden zum Beispiel, dann siehst du den Tod. Der Tod hält sich neben all diesen Leuten in den Dingen. Den Dingen, auf die sie sich setzen, den Dingen, aus denen sie trinken, geduldigen, ironischen, verächtlichen. Derselbe Tisch, dieselbe Bank und die einander folgenden ephemeren Phantome derer, die kommen und sich dahin setzen, sich bewegen, leben und verschwinden, von anderen ersetzt."
Claude Simon, Das Seil, 161
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