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Im Schreiben von Briefen, vor allem von Liebesbriefen, überlässt man sich einem Sog, der einen vom anderen entfernt. Liebesbriefe sind niemals aufrichtig. Sie sind eine Selbstinszenierung, eine Inszenierung des Schreibens, ein Spiel mit sich selbst und mit dem Anderen.

"Die Briefe stellen uns direkt und in aller Unschuld vor die teuflische Macht der Literaturmaschine. Briefe zu schreiben, die Briefmaschine laufen zu lassen - das ist keine Frage der Aufrichtigkeit, sondern des Funktionierens. (...) Substitution der Liebe durch den Liebesbrief? Deterritorialisierung der Liebe. (...) Die Briefe sind ein Rhizom, ein Spinngewebe. Sie enthalten ein gewisses Vampirtum, einen spezifischen Briefvampirismus."
Gilles Deleuze / Félix Guattari, Kafka. Für eine kleine Literatur, 41f.
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