Liebe
Helmut Brandt: Altamira


 
Das verzweifelte Begehren und die Unerreichbarkeit des Anderen, seine unauflösbare Fremdheit, die Gewißheit, ihn zu verlieren, sein Verschwinden nicht aufhalten zu können, während die Körper ineinanderstürzen.

"Beißen, verschlingen, in den anderen ein für allemal eindringen, ihn auffressen, mitnehmen, dieses ganze hoffnungslose Unterfangen von Menschen, die in den anderen eingehen wollen, eins sein wollen und nicht können, immer wieder gezwungen werden, auseinanderzugehen, loszulassen, leere Zimmer hinter sich sammelnd, in denen Gesten und Worte, die verstümmelte Sprache nie beendeter Sätze zwischen den teilnahmslosen Dingen verfliegen müssen, die auf die nächsten Gäste warten oder nicht warten, die einfach da sind."
Cees Nooteboom, Mokusei!, 71
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