Aufbruch
Helmut Brandt: ohne Titel


 
Die Seele ist eine gemächlich Reisende. Während wir rastlos von Ort zu Ort eilen und immer wieder neu aufbrechen, will sie noch verweilen, will spüren, in Ruhe das Erlebte in sich aufnehmen und bewahren.

"Nichts braucht zur Reise länger als die Seele, und den Leib, der sich auf den Weg macht, holt sie nur mit langsamen Schritten ein. Darum verzetteln sich alle, die dahinzueilen glauben, und verlieren den inneren Zusammenhalt, denn sie zwingen der Seele, die ihnen gemächlich folgt und sie erst einholt, wenn sie schon wieder aufbrechen, immer von neuem dieses Nachhinken auf. Das endet damit, daß sie schließlich nicht mehr wissen, ob sie noch sind oder nicht mehr sind."
Jean Cocteau, Die Schwierigkeit, zu sein
in: Kritische Poesie III, 140
Name  PW