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Helmut Brandt: ohne Titel

 
Erst wenn etwas vorbei ist, kann man es erzählen. Und umgekehrt ist Erzählen und Schreiben eine Form des Tötens. Jedes Buch ist ein Grab.

"... was wirklich abschließt, ist nicht das Ende, sondern die Erzählung dieses Endes und dessen, was ihm vorausgeht, die Erzählung des Lebens und des Todes, seien diese nun fiktiv oder auch real, oder wenn das Leben fiktiv ist, dann braucht man nicht einmal den Tod, das Schreiben vertritt seine Stelle. Erzählen tötet und begräbt wie nichts anderes, es fixiert und zeichnet und friert unser Gesicht oder das Profil oder den Nacken ein, erzählt zu werden kann gleichbedeutend sein mit unsterblich werden für den, der daran glaubt, und mit tot sein in jedem Fall, ich selbst begrabe mich mit dem, was ich hier schreibe und auf diesen Seiten, auch wenn niemand sie liest."
Javier Marías, Schwarzer Rücken der Zeit, 61
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