Memo
Tod
Helmut Brandt: ohne Titel

 
Der selbst gewählte Tod als Ausdruck von Freiheit, gesetzt gegen die Armseligkeit der Lebensverhaftung, angesichts eines nicht auflösbaren Gefühls der Sinnlosigkeit des Lebens.

"Was erfahren werden kann, ist nur die Absurdität von Leben und Sterben und - wo der Freitod gewählt wird - ein absurder Freiheitsrausch. Dessen Erlebniswert ist nicht gering. Denn wie ein Blitz durchzuckt uns, wenn es so weit ist, die Erkenntnis, es war das Ganze das Unwahre. Erkennen, allein, das zu nichts taugt im Leben. Denn noch der Suizidär, wenn er der Absprung-Schwelle sich annähert, muß Anmaßungen des Lebens sich gewachsen zeigen, anders fände er den Weg ins Freie nicht. (...) Lebensanforderung ist hier - und nicht hier allein - Forderung, einem Leben ohne Würde, Menschlichkeit und Freiheit zu entrinnen."
Jean Améry, Hand an sich legen. Diskurs über den Freitod, 128
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