Erfahrung
Helmut Brandt: ohne Titel

 
Die Unbekümmertheit des Ausdrucks wird fragwürdig, man sinkt in sich zurück, man verliert die Überzeugung, dass das, was man empfindet, dem Anderen mitteilbar ist.

"Es ist für den Haschischrausch ein ebenso gewöhnlicher wie charakteristischer Vorgang, daß das Sprechen mit einer Art von Resignation verbunden ist, daß der Berauschte schon darauf verzichtet hat, auszusprechen, was ihn wirklich bewegt, daß er sich bemüht, etwas Beiläufiges, Unernstes an der Stelle des Eigentlichen aber Unsagbaren zum Ausdruck zu bringen, daß er nicht selten mit dem Gefühl spricht, sich einer Unaufrichtigkeit schuldig zu machen, und daß - dies ist das Merkwürdige und der Aufklärung sehr Bedürftige - das so gewissermaßen auf Abbruch Geäußerte weit merkwürdiger und tiefer sein mag als das, was dem »Gemeinten« entsprechen würde."
Walter Benjamin, Protokolle zu Drogenversuchen; in: Gesammelte Schriften VI, 601
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