Zeit
Helmut Brandt: Schriftspuren

 
Die Unmittelbarkeit des Augenblicks, frei von jeglichem Horizont der Zeit, der Erwartung, der Angst - eine Erfahrung auf dem Hintergrund des Bewusstseins von Vergänglichkeit und Verlust.

"Den Himmel auf ebener Erde zu finden, einem Augenblick, den man in voller Bewußtheit erlebt hat, den Wert der Unvergänglichkeit zuzusprechen, das sind die Freuden, die der moderne Dämon der Verneinung demjenigen gönnt, der Windmühlen nicht für Riesen hält und nur mehr auf das Gegenwärtige zählt - auf das Direkte, Unmittelbare, die Dinge ohne Erwartung und ohne Erinnerung - und nur in dem Erfüllung zu finden vermag, was ihm ohne jeden Kalkül und unvorherberechnet das blitzartige Gefühl seiner Präsenz vermittelt, nicht die Präsenz von irgendetwas, was für gewöhnlich nicht wahrnehmbar wäre und sich plötzlich in der Erscheinung offenbart, sondern die Präsenz eben dieser Erscheinung selbst, die nichts anderes nötig hat als ihren eigenen Glanz, um zu blenden."
Michel Leiris, Das Band am Hals der Olympia, 275
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