Selbst
Helmut Brandt: ohne Titel

 
Das Ich ist ein Gefängnis, weil es das Zentrum der Selbsterhaltung ist. Wir suchen Halt in Identifizierungen, Sinn, Orientierungen, Bildern. Wir erfinden uns in dem, was wir zu sein glauben. Nur ein wenig aus diesen Zwängen und Bildern herauszutreten, wird zu einem Abenteuer.
Identität als Last. Im Sinne von Zuschreibung, Unfreiheit. Deshalb die Faszination durch Vorstellungen, die das eigene Verschwinden beschwören.
Inwieweit kann ich mich verändern, mich verwandeln, ein anderer werden, mich verlassen, mich aufgeben?
Wahrscheinlich weniger als man glaubt, vor allem weniger als man wünscht.
Vielleicht ist es aber auch spannender, sich zu finden, als sich zu verlieren. Angesichts eines zunehmenden Zerbröckelns von Identität als ein gleichgültiges Sich-abhanden-kommen in Bildern ohne Selbstvergewisserung.
Name  PW