Leben
Helmut Brandt: "Visuelle Poesie"


 
Die Trauer und das Halten-wollen, wenn ein Lebensabschnitt endet, paart sich mit der Angst vor dem, was neu beginnen will. Grund dafür ist die Vorstellung einer Kontinuität des eigenen Lebens, die keine Risse zulassen will.

"Wie man aus einem abgeschlossenen Zyklus des Lebens ausgestoßen wird, und wie schwer dieser Sprung ist - mit dem man heraustritt aus Vertrauen und Liebe, während man das Vertrauen doch wiedergewinnen und die Leidenschaft erneuern möchte. Der Kampf, durch den man aus der Vergangenheit auftaucht, von Erinnerungen frei; wie unbegabt unser Herz dazu ist, Leben in getrennte, in sich abgeschlossene Teile zu gliedern; die Qual aus dieser ständigen Überlagerung und Verfilzung der Gefühle; die Sehnsucht an den Grenzen, an denen wir verweilen wie vor verschlossenen Türen, ehe wir einen Schritt weitergehen; der Kampf gegen Auflösung, gegen Neubeginn."
Anaïs Nin, Tagebücher 1, 158
Name  PW