Leben
Helmut Brandt: "Altamira"


 
Zu erkennen, dass das Leben nur eine Aneinanderreihung banaler Wiederholungen ist, hinterlässt den faden Geschmack von Bitterkeit und Überdruss.

"Ich war also, was ihr alle seid: irgendein Mensch, der lebt, schläft, ißt, trinkt, weint, lacht, sich in sich verschließt, und, wohin er auch geht, in seinem Innern stets die nämlichen abgestorbenen Hoffnungen wiederfindet, die, kaum erblüht, schon verdorren, den nämlichen Schutt des Verfalls, die nämlichen unerforschten, fürchterlichen, langweiligen Tiefen. Ekelt es euch nicht, gleich mir, bis zum Überdruß, allmorgendlich zu erwachen und die Sonne wiederzusehen? Das nämliche Leben zu führen, den nämlichen Schmerz zu erleiden, immerfort zu wünschen und enttäuscht zu werden, zu warten und zu besitzen?"
Gustave Flaubert, November, 30
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