Liebe
Helmut Brandt: ohne Titel

 
Im Gegensatz zu Freundschaft und Zuneigung, bei denen man sich auf Grund der gewachsenen Erfahrung miteinander auf Augenhöhe begegnet, ist die Liebe ein unsicheres Gelände, auf dem die Fremdheit, das Nichtfassbare die Spielregeln bestimmen.

"Unterschied: Zuneigung beruht auf Wechselseitigkeit, auf Kenntnis des anderen. Liebe beruht auf Nicht-Faßbarkeit (unvollständiger Kenntnis) des anderen: das Einmalige, Ausschließliche ist mit dem Vagen, sich Entziehenden gekoppelt. Daher die masochistischen Unterwerfungsgesten - es gibt keine Gleichrangigkeit mit einem Liebesobjekt, die Gleichrangigkeit ist den ausgeruhten Formen der Zuneigung und Freundschaft vorbehalten."
Undine Gruenter, Der Autor als Souffleur. Journal, 241
Name  PW