Aufbruch
Helmut Brandt: Altamira

 
Rauschhafte Freude des Aufbrechens, getrieben von einer unbegriffenen Kraft, das Vertraute aufgeben um des Neuen und Unbekannten willen, ohne es zu kennen, ein Sieg über Trägheit und Angst.

"Die junge Seele wird mit einem Male erschüttert, losgerissen, herausgerissen - sie selbst versteht nicht, was sich begibt. Ein Antrieb und Andrang waltet und wird über sie Herr wie ein Befehl; ein Wille und Wunsch erwacht, fortzugehn, irgendwohin, um jeden Preis; eine heftige, gefährliche Neugierde nach einer unentdeckten Welt flammt und flackert in allen ihren Sinnen. »Lieber sterben, als hier leben« - so klingt die gebieterische Stimme und Verführung: und dies »hier«, dies »zu Hause« ist alles, was sie bis dahin geliebt hatte! Ein plötzlicher Schrecken und Argwohn gegen das, was sie liebte, ein Blitz von Verachtung gegen das, was ihr »Pflicht« hieß, ein aufrührerisches, willkürliches, vulkanisch stoßendes Verlangen nach Wanderschaft, Fremde, Entfremdung, Erkältung, Ernüchterung, Vereisung, ein Hass auf die Liebe ..."
Friedrich Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches
in: Werke I, 439
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