Zeit
Helmut Brandt: ohne Titel

 
Was längst zerlebt und zu einer fernen Vergangenheit verblasst ist, kleidet sich durch die Erinnerung in ein Gewand aus Wehmut. Das trotzige Bemühen, das Wiederkehrende, das aus dem Sumpf des Verleugnens Auftauchende auszumerzen, schützt nicht vor dem bohrenden Stachel im Fleisch.

"... wie Erinnerung und Bedauern sich miteinander vermischen können, wieviel Kummer man in sich fassen kann und wie kaum etwas eine Form oder Bedeutung zu haben scheint, ehe es lang vergangen und verloren ist, und wieviel selbst dann durch reine Entschlossenheit vergessen und verworfen werden kann - nur um in der Nacht als ein stechender Schmerz zurückzukehren."
Colm Tóibín, Porträt des Meisters in mittleren Jahren, 340
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