Erfahrung
Helmut Brandt: ohne Titel

 
Gefühle sind kein unmittelbarer Ausdruck des Selbst. Sie sind der Niederschlag einer Geschichte, die uns nicht gehört. Insofern ist der Glaube an ihre Authentizität eine Täuschung.

"»Vertraue deinem Gefühle!« - Aber Gefühle sind nichts Letztes, Ursprüngliches, hinter den Gefühlen stehen Urteile und Wertschätzungen, welche in der Form von Gefühlen (Neigungen, Abneigungen) uns vererbt sind. Die Inspiration, die aus dem Gefühle stammt, ist das Enkelkind eines Urteils und oft eines falschen! - und jedenfalls nicht deines eigenen! Seinem Gefühle vertrauen - das heißt seinem Großvater und seiner Großmutter und deren Großeltern mehr gehorchen als den Göttern, die in uns sind: unserer Vernunft und unserer Erfahrung."
Friedrich Nietzsche, Morgenröte
in: Werke 1, 1036
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