Selbst
Helmut Brandt: ohne Titel

 
Unsere Idendität ist doppelbödig. Da ist einerseits das Gesicht, das wir der Welt zeigen und mit dem wir einzuordnen sind. Doch hinter der gehüteten Fassade tanzt ein Chamäleon, das den Schmerz und die Angst kennt, aber auch die Sehnsucht und den Traum vom Anderssein.

"Unser Charakter ist das der Welt entgegengehaltene Gesicht, hinter dessen Maske sich jedoch eine Niederlage verbirgt. Der werdende Mensch geht aus dem Kampf mit einem Namen, einer Familie, einem Spielbezirk in der Nachbarschaft hervor, die genau auf ihn zugeschnitten sind. Aber sein Inneres bleibt erfüllt von Alpdruckerinnerungen an fruchtlose Kämpfe, an Angstzustände voller Blut, Schmerz, Verlassenheit und Dunkelheit. In diese mischen sich unendliche Sehnsüchte, Empfindungen unsagbarer Schönheit, Gefühle der Majestät, Ehrfurcht und Rätselhaftigkeit."
Ernest Becker, Die Dynamik des Todes, 57
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