Aufbruch
Helmut Brandt: ohne Titel


 
Der Traum vom Aufbruch ins Offene. Das Vertraute verlassen, die Gewohnheiten aufkündigen, auf Sicherheiten verzichten. Doch das ist schwer und gelingt nur wenigen.

"Es gibt Menschen, die sofort draußen sind. Die Natur klopft an ihre Türe: diese öffnet sich auf die unendliche Ebene, worin, sobald sie herabgestiegen sind, ihre Behausung verloren und vergessen ist. Sie finden sie am Abend wieder, wenn sie sie zum Schlafen brauchen; mühelos finden sie sie wieder. Wenn sie wollten, könnten sie auch im Freien unter den Sternen schlafen, ihr Haus einen ganzen Tag verlassen - es sogar eine Zeitlang vergessen. (...) Wenn wir jene freieren Erdenbewohner beneiden, so kommt das daher, daß uns jedesmal, wenn wir uns ein Schutzdach bauten, dieses Dach gefolgt ist und sich von da ab auf unsere Köpfe gelegt hat; uns freilich vor dem Regen bewahrt, uns aber auch die Sonne verborgen hat."
André Gide, Paludes; in: Sämtliche Erzählungen, 131f.
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