"Rauchen ist eine zerstörerisch aneignende Reaktion. Der Tabak ist ein Symbol des 'angeeigneten' Seins, da er im Rhythmus meines Atems in einer Art 'fortwährender' Zerstörung vernichtet wird, da er in mich übergeht und sich seine Verwandlung in mich selbst symbolisch durch die Transformation des konsumierten Festen in Rauch manifestiert. Die Verbindung der beim Rauchen gesehenen Landschaft mit diesem kleinen Brandopfer war so, daß dieses, wie wir gesehen haben, so etwas wie das Symbol von jener war. Das bedeutet also, daß die Reaktion der zerstörerischen Aneignung des Tabaks symbolisch einer aneignenden Zerstörung der ganzen Welt entsprach."
Jean-Paul Sartre, Das Sein und das Nichts, 1021

Als Sartre mit dem Rauchen aufhörte, empfand er sein Leben als verarmt. Viele Situationen waren mit dem Rauchen verbunden - das Rauchen nach dem Essen, das Rauchen bei der Arbeit, usw. Es waren Kristallisationen, die Situationen aufwerteten.
Rauchend verwandle ich einen festen Stoff in Rauch, den ich mir einverleibe und dann wieder ausstoße. Dieser Vorgang ist eine zerstörende Aneignung, die sich symbolisch auf die Situationen überträgt, in denen ich mich befinde.

Name  PW 


Sartre, Jean-Paul: Das Sein und das Nichts. Versuch einer phänomenologischen Ontologie. In neuer Übersetzung. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1991