"Der Alkohol bringt die Einsamkeit zum Schwingen und führt dazu, daß man sie schließlich allem anderen vorzieht. Trinken heißt nicht zwangsläufig, sterben wollen, nein. Doch kann man nicht trinken, ohne daran zu denken, daß man sich umbringt. Mit dem Alkohol leben, heißt mit dem Tod in Reichweite leben."
Marguerite Duras, Das tägliche Leben, 21

Der Alkohol vertieft die eigene Einsamkeit, weitet sie zu einem Raum, indem ich verliere und gleichzeitig gewinne. Dieser Raum ist ein narzisstischer und letztlich tödlicher Raum. Ich bejahe meine Selbstzerstörung, weil sie mir einen Kontakt zu mir ermöglicht, der intensiver kaum sein kann: das Gefühl der Nähe meines Todes.

Name  PW 


Duras, Marguerite: Das tägliche Leben. Frankfurt am Main: Suhrkamp (edition suhrkamp), 1988