"Der Rausch ist ein ewiges Merkmal des Sterblichen; eine in seiner Natur liegende Schwäche, ein Fluch. Der Mensch betrinkt sich, weil er sterben muß. Es besteht ein Zusammenhang zwischen dem Rausch und der Sterblichkeit, eine Gemeinsamkeit der Trauer und eine unergründliche Komplizenschaft von Trunkenheit und Tod."
Kostis Papajorgis, Der Rausch, 14

Der letzte Grund für die Traurigkeit des Menschen ist sein Wissen um seine Sterblichkeit, um die Vergeblichkeit all seines Tuns. Aus dieser Hoffnungslosigkeit heraus betrinkt er sich. Der Rausch ist eine masochistische Introjektion des Todes. Die griechischen Götter waren niemals betrunken, weil sie unsterblich sind.

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Papajorgis, Kostis: Der Rausch. Ein philosophischer Aperitif. München: dtv, 1998