Sprache
Helmut Brandt: ohne Titel

 
Ein Abgrund trennt mich vom Anderen, es gibt die Sprache als Weg zum Anderen, auch wenn sie nur die Getrenntheit bekräftigt.

"Es gibt Sprache, weil es zwischen denen, die sich ausdrücken, nichts ›Gemeinsames‹, gibt, eine Trennung, die in jedem wahren Sprechen vorausgesetzt - nicht überwunden, sondern bestätigt - wird. Wenn wir uns nichts Neues zu sagen hätten, wenn durch die Rede nichts Fremdes an mich herankommen würde, käme es überhaupt nicht in Frage zu sprechen." (105)
"Das Sprechen bekräftigt den Abgrund, der zwischen ›mir‹ und dem ›Nächsten‹ besteht, und es überwindet das Unüberwindbare, doch ohne es aufzuheben oder zu schmälern. Mehr noch, ohne diese unendliche Distanz, ohne diese Trennung des Abgrunds gäbe es kein Sprechen." (116)
Maurice Blanchot, Das Unzerstörbare, 105ff.
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