Aufbruch
Helmut Brandt: ohne Titel

 
Man macht immer weiter, getrieben von einer Hoffnung, so sinnlos sie auch sein mag. So wie die Wellen am Meeresrand.

"Wie gierig kommt diese Welle heran, als ob es etwas zu erreichen gälte! Wie kriecht sie mit furchterregender Hast in die innersten Winkel des felsigen Geklüftes hinein! Es scheint, sie will jemandem zuvorkommen; es scheint, daß dort etwas versteckt ist, das Wert, hohen Wert hat. - Und nun kommt sie zurück, etwas langsamer, immer noch ganz weiß vor Erregung - ist sie enttäuscht? Hat sie gefunden, was sie suchte? Stellt sie sich enttäuscht? - Aber schon naht eine andere Welle, gieriger und wilder noch als die erste, und auch ihre Seele scheint voll von Geheimnissen und dem Gelüste der Schatzgräberei zu sein. So leben die Wellen - so leben wir, die Wollenden!"
Friedrich Nietzsche, Die Fröhliche Wissenschaft
in: Werke II, 182
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