Tod
Helmut Brandt: ohne Titel

 
Es wird den Augenblick geben, in dem wir ins Nichts fallen. Die Unvorstellbarkeit dessen, die Grenzenlosigkeit des Nicht-mehr-Seins sät die Angst mitten im Leben.

"Wenn es kein Danach gibt, oder (was jedoch auf das Gleiche hinausläuft) dieses Danach Nichtheit ist, ist der Tod zweifellos nichts anderes als eine unkompensierbare Vernichtung, das heißt, eine auf den Kopf gestellte Schöpfung, ein magisches Entschwinden, und wir wagen nicht einmal, uns dieses unfaßliche Herausreißen des ganzen Seins aus einem Wesen im voraus vorzustellen. Umgekehrt vermischt sich die angstvolle Erwartung des vernichtenden Augenblicks mit der Furcht vor der meontischen Ewigkeit, deren Beginn dieser Anfang ist und die in diesem Augenblick schon ganz vorgegeben ist. Dieser Augenblick wäre nicht so angsterregend, wenn er lediglich das plötzliche Eintreten eines Ereignisses im Laufe der Zwischenzeit wäre, wir haben Angst vor dem Augenblick des Todes, weil er eine Ewigkeit an Nichtsein aufreißt, von der wir keine Vorstellung haben."
Vladimir Jankélévitch, Der Tod, 459f.
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