Rückzug
Helmut Brandt: ohne Titel

 
Man verzichtet auf das, was man sowieso verliert, und kommt so der Enteignung zuvor. Wie jemand, der sich aus Angst vor dem Tod selber tötet.

"Derjenige, der das fahren läßt, dem ein anderer feindselig sich naht, das sein zu nennen aufhört, was der andere antastet, entgeht dem Schmerz über Verlust, er entgeht dem Behandeltwerden durch den anderen oder durch den Richter, er entgeht der Notwendigkeit, den anderen zu behandeln; welche Seite an ihm berührt wird, aus der zieht er sich zurück und überläßt nur eine Sache, die er im Augenblick des Angriffs zu einer fremden gemacht hat, dem anderen. (...) Um sich zu retten, tötet der Mensch sich; um das Seinige nicht in fremder Gewalt zu sehen, nennt er es nicht mehr das Seinige, und so vernichtet er sich, indem er sich erhalten wollte, denn was unter fremder Gewalt wäre, wäre nicht mehr er, und es ist nichts, was nicht angegriffen und das nicht aufgegeben werde könnte."
G.W.F. Hegel, Der Geist des Christentums
in: TWA 1, 349f.
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