Sprache
Helmut Brandt: Avant la Lettre


 
Wiederholt Gelesenes verändert sich in der (Be)deutung. Dadurch, dass wir selbst fortlaufend einem Prozess der Veränderung und Entwicklung unterliegen, wandelt sich die Wahrnehmung und Interpretation des Gelesenen.

"Wir kehren nie zu demselben Buch oder auch nur zur selben Passage zurück, denn im wechselnden Licht verändern wir uns, und auch das Buch verändert sich, unsere einst leuchtenden Erinnerungen verblassen, dann erstrahlen sie von neuem, und wir wissen nie genau, was wir lernen, vergessen oder behalten. Sicher ist nur, daß wir im Lesen die Stimmen der Vergangenheit aufrufen und diese Stimmen manchmal für die Zukunft bewahren, wo sie vielleicht in neuer, ganz unerwarteter Weise zu uns sprechen."
Alberto Manguel, Eine Geschichte des Lesens, 81
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