Erfahrung
Helmut Brandt: ohne Titel

 
Scham ensteht aus der empfundenen Unzulänglichkeit gegenüber den Erwartungen Anderer und den eigenen. Ich bin nicht der, der ich sein soll, und kann nicht der sein, der ich sein will.

Die Scham "ist ein beginnender, ein bescheidener Zorn des Menschen über sich selber, denn sie enthält eine Reaktion gegen den Widerspruch meiner Erscheinung mit dem, was ich sein soll und sein will, - also eine Verteidigung meines Inneren gegen meine unangemessene Erscheinung. Dies geistige Nach-außen-Gerichtetsein verleiblicht sich dadurch, daß das Blut in das Gesicht getrieben wird, daß somit der Mensch errötet und auf diese Weise seine Erscheinung ändert."
G.W.F. Hegel, Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften III; in: TWA 10, 113
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