Selbst
Helmut Brandt: ohne Titel


 
Man muss sich selber vertraut sein, um den Anderen wahrnehmen zu können. Nur aus einem Bei-sich-selbst-sein heraus begegnet man dem Anderen.

"Der Mythos von Narziß: Ob nicht vielleicht gerade das lange, forschende Anschauen des eigenen Spiegelbilds (und im weiteren Sinn: der von einem verfertigten Sachen) die Kraft und Offenheit zu langem, unverwandtem, sich vertiefendem Anschauen andrer geben kann? (Der sterile, neuartige Narzißmus scheint mir die umgekehrte Haltung zu sein: das unverwandte, hysterisch a priori Teilnahme behauptende Anstarren der andern ohne Erfahrung seiner selbst, unter Verleugnung des eigenen Ich)."
Peter Handke, Das Gewicht der Welt, 209f.
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