Liebe
Helmut Brandt: Altamira

 
Die Sexualität spannt sich auf als Bogen zwischen der Neigung zu egozentrischer Lust und der Hinwendung zum Anderen. Sexuelle Erregung kennt nicht den Anderen, verschließt sich in sich selbst. Die Wahrnehmung des Anderen ist die Störung der narzisstischen Lust, bringt sie zum Scheitern.

"Ein jeder strebt danach, den Geschlechtsakt zu etwas Individuellem zu machen, sonst käme er nicht zur vollen Lust, und ein jeder erleidet damit eine Schlappe, denn der Akt existiert ja nur in der Gegenseitigkeit. Wenn er zu genügend gemeinsamer Lust kommt, dann findet er im Akt seine eigene Person nicht mehr, sucht er im Gegenteil das Persönliche, läuft er auf der Persönlichkeit des anderen auf, und die Lust wird bruchstückhaft oder unbefriedigend."
Péter Nádas, Parallelgeschichten, 462f.
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