Undine Gruenter (1952-2002)
geboren am 27. August 1952 in Köln, gestorben am 5. Oktober 2002 in Paris
Ihre ersten eineinhalb Lebensjahre verbrachte sie in einem Waisenhaus, sie war die Tochter von Astrid Gehlhoff-Claes und Rainer Gruenter, offensichtlich wollte man das uneheliche Kind verstecken.
Undine Gruenter hat den Namen ihres Vaters Rainer Gruenter bekommen, obwohl ihre Mutter nicht mit ihm verheiratet war. Normalerweise bekäme ein uneheliches Kind den Namen ihrer Mutter. Sucht man im Internet nach Informationen zu Astrid Gehlhoff-Claes, fällt auf, daß in ihren Biografien ihre Tochter Undine Gruenter fast immer nicht erwähnt wird.
"Eine Mutter, die es versteht, mich noch mit 35 Jahren in ihre Selbstinszenierungen als Statistin hineinzuziehen. Eine Mutter, mit der ich wieder, immer noch, verkehre, ohne jemals eine Aussprache gehabt zu haben. Aus Ablehnung einer Rache, die mich selbst vergiften würde." (Undine Gruenter, Der Autor als Souffleur. Journal, 159)
Undine Gruenter studierte Jura, Literaturwissenschaft und Philosophie in Heidelberg, Bonn und Wuppertal.
1987 erhielt sie den Förderpreis Nordrhein-Westfalen für junge Künstlerinnen und Künstler.
Ab 1987 lebte sie mit ihrem Mann Karl Heinz Bohrer in Paris.
Die letzten Jahre ihres Lebens war sie an Lateralsklerose erkrankt und an den Rollstuhl gefesselt.

Bücher:
1986: Ein Bild der Unruhe, Roman •
1989: Nachtblind, Erzählungen •
1991: Das gläserne Café, Erzählungen •
1992: Vertreibung aus dem Labyrinth. Roman •
1993: Epiphanien, abgeblendet. Prosa •
1995: Der Autor als Souffleur. Journal •
2001: Das Versteck des Minotauros, Roman •
2003: Sommergäste in Trouville, Erzählungen •
2004: Der verschlossene Garten, Roman •
2005: Pariser Libertinagen, Erzählungen •
2006: Durch den Horizont. Ein Poem