"Das Leben kann nicht bleiben, wie und wo es ist. Es verzehrt die Bedingungen seiner Möglichkeit, erschöpft sein Substrat, weidet die Gründe ab und füllt die Räume, die es bergen, mit dem Abfall und Schutt seiner Erfolge, den Exkrementen seines Metabolismus. Entwicklung ist nicht die heimliche Sehnsucht zum Höheren; sie ist die Bewältigung der Schwierigkeiten, die sich das Niedere selbst bereitet und mit seinen Mitteln nicht mehr lösen kann. Dynamik entsteht aus Erschöpfung - auf diesem Paradox beruht das Vertrauen des Lebens zu sich selbst in der Nähe seiner Apokalypsen."
Hans Blumenberg, Höhlenausgänge, 64

Leben ist Selbststeigerung, und dies bedingt einen wachsenden Verbrauch der Ressourcen. Das, wovon das Leben zehrt, ersetzt es durch seinen Abfall, durch seine Exkremente. So wird die Welt zur Müllhalde, und das Leben beraubt sich seiner Grundlagen. Fortschritt und Entwicklung verdanken sich den Bemühungen, mit dem Abfall und den Folgeproblemen der Selbststeigerung fertig zu werden. Fortschritt besteht im Versuch der Bewältigung der Probleme, die aus der Maßlosigkeit des Lebens entstehen.

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