Sprache
Helmut Brandt: ohne Titel

 
Sprechen ist Unterwerfung, entweder des Anderen oder unter den Anderen. Sprechen ist Überzeugen-wollen. Sprechend positioniert man sich vor anderen, versucht sie zu beherrschen. Oder man unterwirft sich im Sprechen den anderen.

"Sprechen - und noch viel mehr einen Diskurs führen - heißt nicht kommunizieren, wie man allzu oft wiederholt, es heißt unterwerfen: die gesamte Sprache ist eine verallgemeinerte Rektion. (...)
Die Sprache als Performanz aller Rede ist weder reaktionär noch progressiv; sie ist ganz einfach faschistisch; denn Faschismus heißt nicht am Sagen hindern, er heißt zum Sagen zwingen. (...)
In der Sprache verschmelzen also unvermeidlich Unterwerfung und Macht."
Roland Barthes, Leçon/Lektion, 17ff.
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