"Indem die Literatur der Wunde der Sterblichkeit selbst eine Stimme verleiht, behaust oder beherbergt sie auch noch die trostlosesten Arten der Trauer. Sie gibt uns das, was wir beständig verlieren, zurück, nämlich eine Erkenntnis oder Anerkennung unserer leidenschaftlichen und sterblichen Natur. Daher der immanent posthume Charakter der literarischen Stimme."
Robert Harrison, Die Herrschaft des Todes, 35

In Literatur und Kunst sprechen die Toten zu uns. Nicht nur, weil sie tot sind und wir nur ihre Werke haben, sondern weil die Werke selbst Dokumente eines Verlustes sind, sie sind etwas Abgelegtes, das nur noch durch denjenigen lebt, der es rezipiert. – Das Schreiben selbst ist eine Entäußerung des Todes.

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Harrison, Robert: Die Herrschaft des Todes. München Wien: Carl Hanser Verlag, 2006