Sprache
Helmut Brandt: ohne Titel

 
Das, was einmal ausgesprochen ist, gehört uns nicht mehr. Kaum frei gelassen, führt es ein treuloses Eigenleben und demonstriert Macht. Wir stehen für uns im Wort und müssen es verantworten, und die, die uns hören, können es verwandeln bis zur Verfremdung oder gar zum rächenden Gegenschlag. Das Gesagte wird so zum unberechenbaren Minenfeld.

"Wie gefährlich ist es, etwas zu sagen. Nicht nur, daß andere nicht mehr außer acht lassen können, was man gesagt hat. Auch man selbst sieht sich genötigt, es zu berücksichtigen, wenn es erst einmal im Raum schwebt und nicht mehr nur in den eigenen Gedanken, wo alles noch verworfen werden kann. Wenn es erst einmal gehört wurde und in das Wissen der anderen eingegangen ist, die es jetzt benutzen und es sich sogar aneignen und sogar gegen uns wenden können."
Javier Marķas, Dein Gesicht morgen.1 Fieber und Lanze, 351
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