"Eine Beziehung zu haben - vorausgesetzt, das ist möglich - zu etwas als solchem, was es an sich selbst ist, heißt, es als solches zu erfassen, was es wäre, selbst wenn ich nicht da wäre. Ich kann sterben, oder einfach aus dem Zimmer hinausgehen, aber ich weiß, daß es sein wird, was es ist, und bleiben wird, was es ist. Das ist vielleicht auch der Grund, warum der Tod eine so wichtige Demarkationslinie darstellt, die Sterblichkeit und die Möglichkeit des Tot- beziehungsweise Gestorben-seins sind die Grundlage dafür, daß man etwas als solches lassen kann, was es ist, in meiner Abwesenheit gewissermaßen, und meine Anwesenheit ist nur dazu da, das, was die jeweilige Sache in meiner Abwesenheit wäre, zu entbergen."
Jacques Derrida, Das Tier, das ich also bin, 225

Die Vorwegnahme meines Todes ist die Voraussetzung dafür, dass ich etwas als von mir unabhängig erfahren kann. Insofern kann man sagen, dass die Dinge meinen Tod bezeichnen. Zu ihrem Sinn gehört es, dass sie mich grundsätzlich überleben (was nicht bedeutet, dass sie mich auch wirklich überleben). Es gibt einen inneren Bezug zwischen Repräsentation und Tod.

Name  PW 


Derrida, Jacques: Das Tier, das ich also bin. Wien: Passagen Verlag, 2010