Liebe
Helmut Brandt: ohne Titel

 
Eine Liebe zu erwidern, die uns glücklich macht, kann die Falle der Dankbarkeit sein. Den leidend zu lieben, der uns zerstören will, ist ein unseliger Altruismus. Bleibt nur der gängige Irrtum, das alltägliche Missverstehen, das Ringen und das Kranken mit- und aneinander im doppelbödigen "Namen der Liebe"?

"Daß man den liebt, der einen glücklich macht, ist für den reflektierten Menschen eine mangelhafte Art von Liebe; liebe ich den, der mich böswillig unglücklich machte, so ist das Tugend; aber den zu lieben, der aus Liebe, also infolge eines Mißverständnisses, aber wirklich aus Liebe mich unglücklich machte: das ist die meines Wissens bis jetzt nie beschriebene, aber normale Form der Liebe des reflektierten Menschen."
Sören Kierkegaard, Der Gesichtspunkt für meine Wirksamkeit als Schriftsteller, 54f.
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