Liebe
Helmut Brandt: ohne Titel

 
Indem wir die vermeintliche Wirklichkeit eines Anderen zum Ideal stilisieren, an das wir nie heranreichen werden, schreiben wir die eigene scheinbare Unzulänglichkeit fest, nehmen missgünstig den Platz in den hinteren Rängen ein. Diese Haltung ist der Nährboden für die nagende Eifersucht, den Neid und zementiert die Verzerrung der Realität im Gefüge der Wahrnehmung von sich selbst und dem idealisierten Anderen.

"Eifersucht basiert auf einer Idealvorstellung von der Wirklichkeit eines anderen, auf dem Gefühl, daß dessen Wirklichkeit ideal und die Realität überhaupt idealer ist, als zu erfahren und zu erkennen einem je vergönnt sein wird. Eifersucht beruht auf dem Glauben an eine Wirklichkeit, der wir weniger realistisch begegnen als jener, die wir kennen."
Harold Brodkey, Profane Freundschaft, 483
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