Zeit
Helmut Brandt: ohne Titel

 
Einen Wimpernschlag lang währt das Sein und wandelt sich zu Gewesenem. Wir nähren unser Leben aus zerlebten Erinnerungen, den Annalen der Vergangenheit und einer unbewohnten Zukunft, in der wir nur des Todes sicher sein können.

"Wir bevölkern die Gegenwart mit diesen Überbleibseln der Erinnerung, nicht nur der Erinnerung derer, die uns vorausgingen, sondern unserer eigenen Erinnerung, weil auch wir vergessen, weil die Namen und die Erinnerungen und die Gesichter sich in einem Nebel verlieren, der alles glättet und gleichmacht, uns in ein Heute stößt, das nur der Tod und dessen Gewißheit bewohnen."
António Lobo Antunes, Die natürliche Ordnung der Dinge, 316
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