Andere
Helmut Brandt: Virtuelle Poesie

 
Eine Bewegung auf den Anderen hin, weder getrieben vom Bedürfnis, noch von Sehnsucht (nach Vereinigung), sondern als eine Öffnung, als eine Aussetzung - ohne dass es eine Prämie dafür gibt.

"Das Bedürfnis ist ein Mangel, der erwartet, behoben zu werden; das Bedürfnis ist befriedigt. Die Liebe will die Vereinigung. Das Begehren, das man metaphysisch nennen kann, ist Begehren dessen, was uns nicht mangelt, Begehren, das nicht befriedigt werden kann und nicht begehrt, sich mit dem Begehrten zu vereinigen: es begehrt das, was derjenige, der begehrt, überhaupt nicht braucht, was ihm nicht fehlt und was er nicht zu erreichen begehrt, indem es gerade das Begehren dessen ist, was ihm unzugänglich und fremd bleiben muß - Begehren des Anderen als Anderen, nüchternes, uninteressiertes Begehren, ohne Befriedigung, ohne Sehnsucht, ohne Rückkehr."
Maurice Blanchot, Das Unzerstörbare, 101
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