Selbst
Helmut Brandt: ohne Titel


 
Wir neigen zur narzisstischen Selbstüberhöung und verlieren so die Möglichkeit, uns dem Anderen zu öffnen: dem, was uns nicht entspricht und das uns zum Geschenk wird, indem es uns in Frage stellt.

"Falls es gelingt, den überhöhten Wert, den man sich beimißt, als Geschenk des Lebens zu durchschauen und nicht mehr zur Konturierung der Ich-Identität zu mißbrauchen, wird es leichtfallen, sich spielend auf des Messers Schneide zu halten, d.h. Nicht-Identität strategisch zur Auflösung der mit dem Identitätskomplex entstandenden Falle einzusetzen. Der umgekehrte Gebrauch von Masken besteht in nichts anderem als im Verlernen der unendlichen Bedeutung des Subjekts, im Verlassen der Felder, die durch selbstbesessene menschliche »Substanz« besetzt sind, oder einfach im Vergessen der Identität."
Dietmar Kamper, Zur Geschichte der Einbildungskraft, 198
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