Aufbruch
Helmut Brandt: Altamira

 
Weil man nicht wahrhaben will, dass sich etwas grundlegend geändert hat, dass etwas verloren gegangen ist, begreift man es erst im Nachhinein.

"Wo ist die Schwelle, die verschwindend kleine Schwelle, die die Dinge unumkehrbar macht? Der Punkt, von dem an die Liebkosung, zu oft wiederholt, nicht Genuß, sondern Schmerz hervorruft? Der Augenblick, in dem sich der Nagel löst, der ein allzu schweres Bild trägt, so daß die Last herabstürzt? Lockert er sich allmählich in aller Stille, oder gibt er erst dann unversehens nach, wenn feststeht, daß er das Gewicht nicht länger tragen kann? Vielleicht erkennt das Bewußtsein, das träge und langsam ist, erst wenn alle Anzeichen auf die Katastrophe hindeuten, daß das Unabwendbare bereits lange, bevor es offenkundig wird, geschehen ist."
Rosa Regás, Azur, 148
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