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Helmut Brandt: ohne Titel

 
Philosophie ist ein dauerndes Suchen, ein ständiger Aufbruch weg vom Erreichten, jeder philosophische Text ist vorläufig. So wäre Unzufriedenheit eine zentrale Tugend der Philosophie.

"Denn Philosophieren heißt suchen, und das impliziert, daß es Dinge zu sehen und zu sagen gibt. Heute aber sucht man kaum. Man »geht zurück« auf die eine oder andere Tradition, man »verteidigt« sie. Unsere Überzeugungen fußen weniger auf erkannten Werten oder Wahrheiten, als auf den Lastern und Irrtümern derer, die wir ablehnen. Wir lieben wenige Dinge, wie wir viele verachten. (...) In dieser Welt, wo Ablehnung und grämliche Leidenschaften die Stelle von Gewißheiten einnehmen, versucht man vor allem, nicht zu sehen, und deshalb gilt die Philosophie, weil sie zu sehen verlangt, als Ruchlosigkeit."
Maurice Merleau-Ponty, Lob der Philosophie
in: Das Auge und der Geist, 138
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