Sprache
Helmut Brandt: Avant la Lettre


 
Lesend verliert man sich in den Welten der Anderen und findet nur noch schwer einen Zugang zu dem, was einen selbst ausmacht.

"L e s e n heißt mit einem fremden Kopfe, statt des eigenen, denken. Nun ist aber dem eigenen Denken, aus welchem allemal ein zusammenhängendes Ganzes, ein, wenn auch nicht streng abgeschlossenes, System sich zu entwickeln trachtet, nichts nachtheiliger, als ein, vermöge beständigen Lesens, zu starker Zufluß fremder Gedanken; weil diese, jeder einem andern Geiste entsprossen, einem andern Systeme angehörend, eine andere Farbe tragend, nie von selbst zu einem Ganzen des Denkens, des Wissens, der Einsicht und Ueberzeugung zusammenfließen."
Arthur Schopenhauer, Parerga und Paralipomena II, 261, 438
Name  PW