Zeit
Helmut Brandt: ohne Titel

 
Da ist die Trauer über die Dinge, die Geschehnisse, über das, was ist und das, was nicht ist. Die größte Trauer jedoch gilt der Zeit, der flüchtigen, vergehenden. Nicht, weil sie Gewesenes zerstört, sondern in ihrer Vorläufigkeit das menschliche Elend manifestiert.

"Man weinte wegen einer Sache, aber auch wegen ihres genauen Gegenteils, wegen der Kälte oder der Hitze, wegen eines Mangels oder eines Übermaßes, aber vor allem weinte man wegen der Zeit, die verstrich und nicht etwa alles in Schutt und Asche legte, was noch eine Art von Größe impliziert hätte, sondern dessen elende, schäbige Seite zum Vorschein brachte."
Juan José Millás, Zwei Frauen in Prag, 82
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